MitveranstalterInnen gesucht

Die Arbeit für die Veranstaltungsreihe macht uns Spaß. Allerdings macht sie auch Arbeit. Wir würden uns freuen, wenn wir sowohl Spaß als auch Arbeit auf mehr Schultern verteilen könnten.

Bei Interesse an der Themenauswahl und Organisation der Reihe „Hochschule – Politik – Gesellschaft” einfach eine kurze Nachricht über die im Impressum genannte Kontaktadresse.

 

Sommersemester 2009

ACHTUNG TERMINVERSCHIEBUNG!

Die Veranstaltung mit Prof. Holst am 13.6.2009 muss leider wegen unabweisbarer terminlicher Überschneidungen auf das Wintersemester verschoben werden! Der neue Termin wird im September bekannt gegeben.

ACHTUNG TERMINVERSCHIEBUNG! 

 

Hochschule – Politik – Gesellschaft (H-P-G), die langjährige Reihe kritisch-wissenschaftlicher Begleitung von (Hochschul-) Politik und Gesellschaft wartet auch im Sommersemester mit, wie wir hoffen, interessanten Themen und Aspekten auf – und mit einigen Neuheiten. Dass nunmehr erstmals ein ehemaliger Rektor der Martin-Luther-Universität unser Programm ziert, macht uns nicht nur froh, ihn „bekommen“ zu haben, sondern auch sicher, in Reinhard Kreckel in persönlicher und fachlicher Hinsicht die beste Besetzung für einen Blick über den hochschulpolitischen Tellerrand Sachsen-Anhalts gefunden zu haben. Sein Thema ist das Spitze-Breite-Dilemma nicht nur deutscher Hochschulen zwischen Breitenausbildung und Spitzenforschung. 
Ein womöglich ähnliches Dilemma treibt die EU seit einiger Zeit um. Unser Beitrag zur Krisenbewältigung ist ein Vortrag von André Brie, eines nachdenklichen Vordenkers der deutschen und europäischen Linken. Am Vorabend der Europawahl am 7. Juni wird er als ausscheidender Europa-Abgeordneter seine Diagnose zum Stand und zur Zukunft der europäischen Integration abgeben. 
Das Trio des Sommersemesters wird Klaus-Ewald Holst komplettieren. Als Chef der Verbundnetz Gas AG wird er die Dilemmata der Versorgung Deutschlands mit Brennstoff aus Russland aus seiner Sicht erläutern. Mit Prof. Holst einen aktiven Energie-Konzernchef an die MLU zu holen, ist gleichfalls ein Novum für HPG. Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch mit allen Referenten und dem uns hoffentlich wieder treuen Publikum. Mögen die persönlichen Dilemmata in diesem Frühling und Sommer nicht davon abhalten, zu H-P-G zu kommen.
Prof. Dr. Reinhard Kreckel:

Zwischen sozialer Öffnung und neuer Exklusivität: Hochschulstrukturen in Deutschland im internationalen Vergleich

Di, 21.04.09, 19 Uhr
Löwengebäude, HS XIII

Im vergangenen Jahrzehnt hat die gewaltige Zunahme der Studierendenzahlen und der verschärfte Wettbewerb um „Exzellenz“ in der Forschung die Universitäten überall in ein Dilemma zwischen Breitenausbildung und Spitzenforschung gebracht. In dem Vortrag wird in international vergleichender Perspektive der Frage nachgegangen, wie unterschiedliche westliche Länder mit diesem Breite-Spitze-Dilemma umgehen. Es zeigt sich, dass überall Hierarchisierungstendenzen zu beobachten sind. Das wird am Beispiel der Hierarchisierung von akademischen Einrichtungen, von Studienabschlüssen und von wissenschaftlichem Personal international vergleichend dargestellt. Vor diesem komparativen Hintergrund wird abschließend die Situation des wissenschaftlichen Personals an deutschen Universitäten in den Blick genommen und die Frage aufgeworfen, welche Möglichkeiten dort für einen vernünftigen Umgang mit dem Spitze-Breite-Dilemma bestehen.

Folien des Vortrags von Prof. Dr. Reinhard Kreckel

ad personam:
Reinhard Kreckel ist Direktor des Instituts für Hochschulforschung (HoF) und seit 2006 emeritierter Professor für Soziologie an der Universität Halle-Wittenberg. Von 1996 bis 2000 war er Rektor der Universität. Seine wissenschaftlichen Interessen liegen auf dem Gebiet der theoretischen Makrosoziologie und der Hochschulforschung. Jüngere Buchveröffentlichungen sind: Politische Soziologie der sozialen Ungleichheit, 3., erw. Aufl., Frankfurt-New York 2004; Vielfalt als Stärke. Anstöße zur Hochschulpolitik und Hochschulforschung, Bonn 2004; Zwischen Promotion und Professur, Leipzig 2008.
Dr. André Brie:

EU zwischen Integrationsanspruch und Renationalisierungsgefahr

Mi, 13.05.09, 19 Uhr
Löwengebäude, HS XIII

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Die europäische Integration wird aus drei unterschiedlichen, aber miteinander verknüpften Richtungen bedroht: Zum einen vom fortlebenden und wieder erstarkenden Nationalismus. Zum anderen haben die Regierungen den realen Widerspruch und die erforderliche Einheit von geografischer Erweiterung und Vertiefung der Integration so sträflich unzureichend beantwortet, dass die Erweiterung bereits zur realen Bedrohung für den Bestand, erst recht für die Vertiefung der Integration geworden ist. Schließlich, und das ist die tatsächlich machtvollste Bedrohung, ist es der seit den achtziger Jahren (Einheitliche Europäische Akte 1987, Vertrag von Maastricht 1992) zur Vertragsgrundlage avancierte neoliberale Markt- und Wettbewerbsradikalismus, der die europäische Integration in ihrer Grundsubstanz gefährdet. Er stellt im Zuge seiner Durchsetzung und Weiterführung bis hin zur Lissabon-Strategie von 2000 und dem aktuellen Vertragsentwurf die europäische Einigung in Frage. Die Linke lehnt ihn zu Recht als Angriff auf das europäische Sozialmodell (die unterschiedlichen europäischen Sozialmodelle) ab; sie hätte auch Grund, ihn als Bedrohung der europäischen Integration abzulehnen. Die Alternative ist die Wiedergewinnung der Idee der europäischen Einigung für die Bürgerinnen und Bürger durch eine europäische Sozialunion.

ad personam:
Dr. André Brie ist Mitglied des Europaparlaments. In der Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke hat er die Arbeitsschwerpunkte Sicherheits-, Außen- und Verteidigungspolitik. André Brie studierte von 1971 bis 1976 Außenpolitik am Institut für Internationale Beziehungen in Potsdam-Babelsberg und war von 1976 bis 1989 wissenschaftlicher Mitarbeiter an diesem Institut, zuletzt Dozent und Lehrstuhlleiter für Fragen der europäischen Sicherheit und Abrüstung. Seit 1990 engagiert er sich politisch in der PDS und später der LINKEN, war bis 1999 und 2004 deren Wahlkampfleiter, zeitweilig stellvertretender Bundesvorsitzender und bis 1997 Vorsitzender der PDS-Grundsatzkommission. Seit 1999 ist er Mitglied des Europaparlaments.
Prof. e.h. Dr.-Ing. Klaus-Ewald Holst:

Zukunft Gas – Abhängigkeit von Russland? Achtung: Termin verschoben!

Die Veranstaltung muss leider wegen unabweisbarer terminlicher Überschneidungen auf das Wintersemester verschoben werden! Der genaue Termin wird im September bekannt gegeben.
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Der Anteil an Erdgas am Gesamtenergieverbrauch in Deutschland beträgt knapp 23 Prozent. Damit ist Erdgas deutschlandweit nach Mineralöl der am zweithäufigsten eingesetzte Energieträger. 

Der Streit zwischen Russland und der Ukraine über Gaslieferungen und Transitbedingungen Anfang dieses Jahres hat über die Medien vor allem Auswirkungen auf die Gasversorgung Mittel- und Osteuropas gehabt. Zudem hat Russland als Zulieferland und Erdgas in Hinblick auf die Versorgungssicherheit einen Imageschaden davongetragen. Es ist es wichtig, dass Vertreter von Rohstofflieferanten, Transitländern und Rohstoffimporteuren im Interesse der Verlässlichkeit der Rohstoffversorgung gemeinsam miteinander sprechen und verhandeln sowie die Infrastruktur für eine zuverlässige Gasversorgung gemeinsam weiter ausgebaut wird. 

Welche Auswirkungen die Gaskrise Anfang des Jahres auf VNG hatte und wie mit den aktuellen Herausforderungen der Gaswirtschaft umgegangen wird, wird Herr Prof. Holst am 17. Juni 2009 vorstellen.


ad personam:
Prof. e. h. Dr.-Ing. Klaus-Ewald Holst ist Vorstandsvorsitzender des Erdgasimporteurs VNG – Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft, Leipzig. Bezugsquellen der VNG sind v.a. Norwegen, Deutschland und Russland. Als Unternehmen der Gaswirtschaft besteht VNG seit mehr als 50 Jahren. In Deutschland ist VNG unter den Erdgasimporteuren die Nr. 3 und in Europa unter den Top Ten. Prof. Holst ist zudem Honorargeneralkonsul des Königreichs Norwegen für Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg und Vorsitzender des Landeskuratoriums Sachsen des Stifterverbandes der deutschen Wirtschaft.